WIESO ERSATZWASSERVERSORGUNG ?
Mit dem Bau der Perlenbachtalsperre in den 50er Jahren sollte zunächst nur die Trinkwasserversorgung im Altkreis Monschau sichergestellt werden. In den folgenden Jahrzehnten kamen aber weitere Kommunen hinzu, so dass zwischenzeitlich die 1,4-fache Menge an Einwohnern mit Perlenbachwasser versorgt wird. Verstärkt seit den 2000er Jahren kommen auch klimatische Einflüsse erschwerend hinzu. Diese lassen auch in Zukunft für die Wintermonate erhöhte Regenmengen, dafür aber in den Sommermonaten geringere Zuflüsse erwarten.
VERBUND MIT BENACHBARTEN VERSORGERN
Da das derzeitige Talsperrenvolumen von 760.000 m³ für eine ganzjährige Wasserbereitstellung absehbar nicht ausreichend sein wird, wurde bereits im Jahr 2002 eine Ersatzwasserversorgung über die WAG (Wassergewinnungs- und –aufbereitungsgesellschaft Nordeifel mbH) in Roetgen mit eigenem Pumpwerk errichtet.
Hierüber kann Trinkwasser aus dem Talsperrenverbund von Obersee, Kalltalsperre und Dreilägerbachtalsperre bezogen werden. In kleineren Mengen kann auch über Netzverbünde mit anderen regionalen Wasserversorgern Trinkwasser in unser Wassernetz eingespeist werden.
Grundsätzlich ist hierüber theoretisch eine vollständige Mitversorgung zumindest temporär zu erreichen.
Die Bilder zeigen die Pumpstation des Wasserwerkes Perlenbach auf dem Gelände der WAG (Wassergewinnungs- und –aufbereitungsgesellschaft Nordeifel mbH) in Roetgen.
Für Vollbildmodi und Beschreibung bitte die Bilder anklicken.
GRENZEN DER ERATZWASSERVERSORGUNG
Auch die benachbarten Verbände können bei der Ersatzwasserversorgung an ihre Grenzen stoßen. So treten Wassermangelsituationen in der Regel oftmals großflächig, d.h. bei den benachbarten Wasserwerken gleichzeitig, auf. Auch Schäden, Reparaturarbeiten oder ähnliche Hemmnisse können eine Ersatzwasserversorgung erschweren. Sind zu diesen Zeiten in der Perlenbachtalsperre keine ausreichenden Reserven mehr vorhanden, kann es zu Engpässen bei der Wasserversorgung kommen.
Aus diesem Grunde gibt es seit dem Jahr 2023 mit der WAG Roetgen die Vereinbarung, dass bereits bei einem Füllstand von 600.000 m³ die Ersatzwasserversorgung in Betrieb genommen wird. In Abhängigkeit von den dann noch zufließenden Wassermengen werden unterschiedlich große Netzbereiche / Ortslagen vollständig mit Ersatzwasser versorgt.
Bei einem nicht mehr für die Trinkwasseraufbereitung nutzbaren Restvolumen der Perlenbachtalsperre von ca. 250.000 m³ verbleiben dann noch rund 400.000 m³ nutzbares Volumen (d.h. rund die Hälfte des Talsperrenvolumens), auf welches im Notfall (d.h. bei einem Ausfall der Ersatzwasserversorgung) zurückgegriffen werden kann. Bei einer täglichen Versorgungsmenge von ca. 10.000 m³/d und einer Pflichtwasserabgabe in den Unterlauf der Talsperre von ca. 3.500 m³/d würde dieses Volumen selbst bei sehr geringen Zuflüssen für ca. 1 Monat ausreichend sein.
Als „Nebeneffekt“ werden die Bilder einer stark entleerten Perlenbach-Talsperre, wie sie in den 2010er und 2020er Jahren immer wieder aufgetreten sind, durch den frühzeitigeren Ersatzwasserbezug seltener auftreten.
ERSATZWASSERBEZUG IN REGENZEITEN
Seitens des Wasserwerks erfolgt die Steuerung des Ersatzwasserbezugs immer unter Berücksichtigung der aktuellen und prognostizierten Wetterdaten und Wasserzuflüsse. Im Zusammenspiel mit den gut vorhersehbaren Wasserabgabemengen, werden durch die Mitarbeiter des Wasserwerks tagesaktuell ggf. auftretende Mengen-Defizite frühzeitig erkannt, so dass in diesen Fällen der Ersatzwasserbezug bei benachbarten Versorgern angemeldet und mit diesen abgestimmt werden kann.
Elementar für den Zulauf zur Talsperre sind jedoch nicht nur die aktuellen Daten, sondern insbesondere auch die Niederschläge der vergangenen Wochen und Monate. So können z.B. nach einem trockenen Frühjahr und hierdurch ggf. ausgetrockneten Böden im Einzugsgebiet auch Niederschläge in den Sommermonaten ggf. nicht ausreichend sein, um den erforderlichen Wasserbedarf sicherzustellen.
Die Bewertung der Erfordernis eines möglichen Wasserbezugs geht daher über das subjektive Empfinden („es regnet doch schon seit 2 Wochen“) deutlich hinaus und bedarf eines großen Erfahrungsschatzes zur Einordung vieler Einflussfaktoren.
QUALITÄT DER ERSATZWASSERVERSORGUNG
Der mit Abstand größte Ersatzwasserbezug erfolgt über die WAG in Roetgen. Hierbei handelt es sich – ebenso wie beim Perlenbachwasser – um sehr weiches Trinkwasser aus Oberflächengewässern. Soweit es zu einer Umstellung vom Regel- auf den Ersatzwasserbetrieb kommt, werden Sie als Kunde in der Regel nichts bemerken, da Unterschiede im Bereich der üblichen Schwankungswerte liegen. Änderungen (z.B. der Reinigungsintervalle) an Ihren kundenseitigen Filter- und Haushaltsgeräten sind daher nicht erforderlich.
Weiterhin wird über die Netzstruktur mit zahlreichen Trinkwasserspeichern und festgelegten Druckzonen erreicht, dass auch Druckänderungen nicht oder nur in sehr geringem Maße gegeben sind.
ANKÜNDIGUNG DER ERSATZWASSERVERSORGUNG
Seitens des Wasserwerks Perlenbach wird die Aufnahme bzw. Beendigung der Ersatzwasserversorgung über die Presse, den Newsletter des Wasserwerkes Perlenbach (den Sie direkt abonnieren können wenn Sie hier klicken) und unsere Homepage angekündigt. Diese Ankündigung besitzt aber nur „informativen Charakter“, da – wie zuvor beschrieben – seitens der Kunden keine zusätzlichen Maßnahmen zu ergreifen sind.
AUSWIRKUNGEN AUF DEN WASSERPREIS
Der Bezug von Ersatzwasser wird durch das Wasserwerk Perlenbach mit den Lieferanten abgerechnet. Der Ersatzwasserbezug wird dann seitens des Wasserwerkes Perlenbach jährlich in den aktuellen Wasserbezugspreis eingerechnet.