1933
Die alten Quellanlagen der Stadt Monschau gehen in das Eigentum des damaligen Kreises Aachen über.
Vom lokalen Wasserwerk zum regionalen Versorger
Die Geschichte des Wasserversorgungszweckverbandes Perlenbach ist geprägt von regionalem Zusammenhalt und dem kontinuierlichen Ausbau einer sicheren Infrastruktur für unsere Heimat. Erfahren Sie hier, wie der Grundstein für die moderne Wasserversorgung im Monschauer Land gelegt wurde.
Die Anfänge um 1890: Lokale Pionierarbeit
Die Ursprünge unserer heutigen Trinkwasserversorgung reichen zurück bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Die Infrastruktur der Stadt Monschau bestand um 1890 primär aus dezentralen Quell- und Entsäuerungsanlagen. Um dem kontinuierlich steigenden Bedarf der Bevölkerung gerecht zu werden, wurden die Anlagen in den Folgejahren sukzessive erweitert. Mit dem Bau einer ersten Pumpstation mitsamt einem Hochbehälter direkt am Perlenbach und der Verlegung der ersten Ortsnetzleitungen begann das Zeitalter einer strukturierten, zentralen Wasserförderung.
Nachkriegszeit: Aufbruch und neue Herausforderungen
Die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs trafen die Region schwer und brachten die Weiterentwicklung zunächst zum Erliegen. Nachdem die massiven Schäden an Wohnhäusern, Dörfern und Verkehrswegen in den ersten Nachkriegsjahren weitgehend behoben waren, rückte eine fundamentale Infrastrukturaufgabe in den Fokus: Die Modernisierung der Wasserversorgung im damaligen Grenzlandkreis Monschau war dringender denn je.
1953: Der Meilenstein zur regionalen Versorgung mit Trinkwasser
Unter der maßgeblichen Mitwirkung des Regierungspräsidenten in Aachen wurden die Planungen intensiviert. Dies führte im Jahr 1953 zur Genehmigung eines wegweisenden Gesamtentwurfs, der die Wasserversorgung der gesamten Region neu strukturieren sollte.
Dieses Großprojekt umfasste:
Das Kreiswasserwerk Monschau
Mit der Umsetzung dieses Plans schlug die Geburtsstunde des Kreiswasserwerks Monschau. Das neue Verbundnetz stellte fortan nicht mehr nur die Versorgung des Altkreises Monschau sicher, sondern schloss auch die Ortschaften Rurberg, Woffelsbach, Erkensruhr und Simonskall an das moderne Trinkwassernetz an.


Die alten Quellanlagen der Stadt Monschau gehen in das Eigentum des damaligen Kreises Aachen über.
Durch die Erschließung neuer Quellen sind zu diesem Zeitpunkt bereits sechs Ortschaften an das Versorgungsnetz angeschlossen.
Die Erschließung weiterer Quellen ermöglicht nun die Trinkwasserversorgung von insgesamt zwölf Ortschaften.
Genehmigung des Gesamtentwurfs zum Bau und Betrieb einer Trinkwassertalsperre inklusive Aufbereitungsanlage und Pumpstationen. Das Netz zählt bereits 1.703 Haushalts- und Kleingewerbeanschlüsse sowie 15 Industrieanschlüsse.
Inbetriebnahme des Staubeckens und der ersten Filteranlage. Das Kreiswasserwerk versorgt nun 12.328 Einwohner in 14 Ortschaften über 2.072 Haushalts- und Kleingewerbeanschlüsse sowie 14 Industrieanschlüsse.
Die neue, offene Filteranlage des Wasserwerks wird erfolgreich fertiggestellt und offiziell in Betrieb genommen.
Im Zuge der kommunalen Neugliederung wird der Wasserversorgungszweckverband Perlenbach gegründet. Sechs Großgemeinden treten dem Verband als Mitglieder bei.
Die Aufbereitungsanlage wird durch den Bau einer neuen, modernen geschlossenen Filteranlage erweitert.
Der Zweckverband versorgt nunmehr rund 38.000 Einwohner über etwa 10.000 installierte Wasserzähler.
Am 1. Juli 1971 wurde der Wasserversorgungszweckverband Perlenbach durch die vom Kreiswasserwerk Monschau versorgten Kommunen, die Gemeinden Schmidt und Vossenack sowie den Wasserleitungszweckverband Hürtgenwald gegründet. Folgende Gemeinden traten dem Zweckverband als Mitglieder bei:
Durch die kommunale Neugliederung wurde der Ortsteil Hirschrott – bis dato zugehörig zur Gemeinde Dreiborn – in die Gemeinde Simmerath eingegliedert.
Bei der Gründung des Wasserversorgungszweckverbandes Perlenbach umfasste das gesamte Versorgungsgebiet eine Fläche von 324 km² mit einer zu versorgenden Bevölkerung von 35.218 Einwohnern.
Aufgrund der damaligen Versorgungssituation wurden folgende Ortschaften als Sonderabnehmer mit Trinkwasser beliefert:
Die Verwaltung und der Betrieb des Wasserversorgungszweckverbandes wurden vom Kreiswasserwerk Monschau übernommen. Als Betriebssitz diente das Gebäude der früheren Landwirtschaftsschule in Imgenbroich, Trierer Straße 18 (später Trierer Straße 250).
Nach dem Antrag der Gemeinde Simmerath Anfang Februar 1983 und dem entsprechenden Beschluss im August 1984 erfolgte zum 1. Januar 1985 der Anschluss von Simmerath-Pleushütte an das Versorgungsnetz des Wasserversorgungszweckverbandes Perlenbach.
Im Jahr 1987 trat zudem die Stadt Heimbach mit den Ortschaften Heimbach, Hasenfeld, Hausen und Blens dem Zweckverband bei.
Das neue Betriebsgebäude wird fertiggestellt und am 1. Juli offiziell bezogen. Der neue Sitz des Wasserwerks Perlenbach befindet sich seitdem in Monschau-Imgenbroich, Am Handwerkerzentrum 31.
Eine neue Trinkwasseraufbereitungsanlage wird fertiggestellt. Zur zusätzlichen Sicherheit wird die neue Anlage während der Inbetriebnahme und der Einfahrphase der bestehenden Anlage vorgeschaltet.
Ein Teilabschnitt der Notversorgungsleitung, die den Ort Roetgen mit Trinkwasser aus der Perlenbachtalsperre beliefert, geht in Betrieb. Seit dem 14. März 2002 werden die Roetgener Kunden des Wasserwerks Perlenbach wie gewohnt aus dem Hochbehälter am Ortsausgang Roetgen sowie zusätzlich über die neue Notversorgungsleitung von Lammersdorf nach Roetgen versorgt. Das Trinkwasser fließt im freien Gefälle durch die neue Leitung, die auf dem Gelände des Filterwerks in Roetgen an das dortige Ortsnetz angebunden ist.
Um die mikrobiologische Qualität des Trinkwassers dauerhaft zu sichern, muss kontinuierlich Wasser durch die Leitung fließen. Durch diese Teilversorgung Roetgens wird das Leitungsvolumen von 800 m³ automatisch alle zwei Tage ausgetauscht, wodurch die hohe Trinkwasserqualität bis zur Abnahmestelle erhalten bleibt. Zuvor wurde die Ortschaft Roetgen ausschließlich durch den Hochbehälter am Ortsausgang Richtung Fringshaus versorgt. Durch die Nutzung der Notversorgungsleitung wird nicht nur die Trinkwasserversorgung langfristig gesichert, sondern auch das Risiko von Versorgungsengpässen beim Brandschutz weitgehend ausgeschlossen.
Die Wasserkraftanlage des Wasserwerks Perlenbach wird durch den damaligen Landesbauminister Dr. Michael Vesper feierlich in Betrieb genommen. Der durch die Wasserkraftanlage regenerativ erzeugte Strom wird in das 20-kV-Netz der RWE Net AG eingespeist und vergütet. Mit einer elektrischen Generatorklemmen-Wirkleistung von maximal 570 kW wird eine Jahresarbeit zwischen 850.000 und 1,2 Millionen kWh prognostiziert. Dies entspricht einer rechnerischen Einsparung von rund 900 Tonnen fossiler CO₂-Emissionen und ermöglicht die Versorgung von rund 300 Durchschnittshaushalten. Dieses Projekt verbindet somit messbare CO₂- Minderung direkt mit lokaler Wasserwirtschaft.
wurde auf dem südöstlichen Dach der neuen Aufbereitungsanlage des Wasserwerkes Perlenbach eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 46,62 kWp installiert. Auch auf dem südlichen Dach der Wasserkraftanlage wurde eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 4,5 kWp installiert. Von der Planung über die Ausführung bis hin zur Inbetriebnahme wurden sämtliche Arbeiten von den Mitarbeitern des Wasserwerkes Perlenbach ausgeführt.
Von beiden PV-Anlagen wurde ein Jahresertrag von 35.000 kWh erwartet. Diese Erwartung wurde bis heute im Jahrmittel erfüllt.
Die PV-Anlagen ergänzen die Co2-freie Stromerzeugung durch die schon vorhandene Wasserkraftanlage an der Perlenbachtalsperre.
Beide Photovoltaikanlagen sind seit Juli 2008 in Betrieb.
Neubau des zentralen Hochbehälters Mützenich. Gebaut wurde ein Brillenbehälter mit 2 x 3.000 m³ großen, runden Wasserkammern und der Möglichkeit der Erweiterung auf eine weitere Kammer von 3.000 m³.
Das bewilligte Wasserrecht zur Entnahme von Rohwasser aus der Perlenbachtalsperre zum Zwecke der Trinkwasserversorgung endete planmäßig am 31.12.2015. Für das Jahr 2016 bestand eine Übergangserlaubnis. Der Antrag auf eine erneute Bewilligung bedingte ein aufwändiges Genehmigungsverfahren. Zwecks Abstimmung der Kerninhalte fanden vorab mit der Genehmigungsbehörde, dem Dezernat 54 der Bezirksregierung Köln, verschiedene Gesprächstermine statt. Ein von der Betriebsleitung erarbeiteter Antrag wurde schließlich am 31.08.2015 zur Genehmigung an die Bezirksregierung übergeben. Am 22.12.2016 ging der bewilligte Bescheid der Bezirksregierung Köln bei uns ein. Die Entnahme von Rohwasser aus der Perlenbachtalsperre zum Zwecke der öffentlichen Wasserversorgung des Verbandsgebietes ist nun für 20 weitere Jahre gewährleistet.
wurde auf dem Dach der Fahrzeughalle des Wasserwerkes Perlenbach eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 99,36 kWp installiert. Von der PV-Anlage wird ein Jahresertrag von 80.000 kWh erwartet. Ziel des Betriebs der PV-Anlage ist vorrangig der Eigenverbrauch vor der Einspeisung in das Stromnetz. Hier ist ein Eigenverbrauch von rund 44 % zu erwarten. Die PV-Anlage ist im November 2017 in Betrieb genommen worden.
im Juli wurde auf dem Dach der neuen Trinkwasseraufbereitungsanlage Perlenbach eine weitere Photovoltaikanlage mit 25,65 kWp installiert. Der zu erwartende Ertrag ist mit 18.000 kWh/a prognostiziert. Diese PV-Anlage deckt den Stromverbrauch der TWA Perlenbach zu einem weiteren Teil ab. Dieser erzeugte Strom wird nicht in das Netz des Stromversorgers eingespeist, sondern zu 100 % an der TWA Perlenbach selbst verbraucht.
Inbetriebnahme der Erweiterung der Photovoltaikanlage.
Eine Ära geht zu Ende.
März 2026: Außerdienststellung des Hochbehälters Breitenscheid.
Im Jahr 2001 wurde die neu erbaute Trinkwasseraufbereitungsanlage des Wasserwerkes Perlenbach in Betrieb genommen. Nun war es auch an der Zeit den Anlagenaltbestand, die 1954 in Betrieb genommene offene Filteranlage des Wasserwerkes Perlenbach, zu sanieren.
Bei der Bewertung verschiedener möglicher Sanierungskonzepte entschied man sich für eine Edelstahlauskleidung.
Die vorhandene Bausubstanz blieb fast vollständig erhalten und wurde mit 1,5 mm dicken Edelstahlblechen ausgekleidet. Die einzelnen Bleche wurden in Schindelbauweise befestigt und an den Nahtstellen verschweißt. So entstand eine glatte, aus hygienischer Sicht optimierte und zugleich wasserdicht schließende Auskleidung.
Um die offene Anlage zu sanieren mussten insgesamt rund 340.000 € (hiervon über 72.000 € Eigenleistung) aufgebracht werden.
Als Auflage für den Filtersand dient der sogenannte Düsen- oder Filterboden. Da die Filterböden nicht mehr dem Stand der Technik entsprachen wurden die Beton-Filterbodenplatten ebenfalls inkl. der Filterdüsen erneuert.
Nach erfolgter Fertigstellung und Dichtigkeitsprüfung der Schweißnähte wurden die Filter schließlich mit neuem Sand befüllt.
Nach rund einem Jahr Bauzeit konnte die offene Filteranlage im Frühjahr 2007 in Betrieb genommen werden.

Der Hochbehälter (HB) Breiterscheid des Wasserversorgungszweckverbandes Perlenbach wurde im März 2026 endgültig außer Dienst gestellt. Grund hierfür ist, die kontinuierliche Weiterentwicklung des Trinkwasserversorgungsnetzes des Wasserversorgungszweckverbandes Perlenbach, über die vergangenen Jahrzehnte. Durch diverse Netzerneuerungen sowie die Erschließung neuer Bau- und Wohngebiete wurden die Zuleitungen und die Pufferfunktion des Hochbehälters Breiterscheid technisch überflüssig.
Ein Weiterbetrieb der Anlage war wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll, da die zuverlässige Trinkwasserversorgung der Stadt Monschau mittlerweile vollständig über das modernisierte Gesamtnetz sichergestellt wird. Um zusätzliche Belastungen des Wasserpreises durch anfallende Unterhaltungs- und Instandhaltungskosten für den HB Breiterscheid zu vermeiden, hat man sich für die Stilllegung entschieden.
Das im Jahr 1936 errichtete Bauwerk stellte über Jahrzehnte hinweg einen zentralen Bestandteil der Haupttrinkwasserversorgung für Monschau dar. Seit seiner Inbetriebnahme sorgte der Behälter für den notwendigen Druckausgleich im Netz und sicherte die kontinuierliche Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser. Mit dem Abklemmen der Zuleitung endet die technische Nutzung des Bauwerks aus Beton und Stahl, das über 90 Jahre lang als verlässlicher Teil der Trinkwasserversorgung der Bürgerinnen und Bürger im Raum Monschau diente.
Der Hochbehälter HB Breiterscheid hat die Entwicklung der Trinkwasserversorgung der Monschauer Bevölkerung entscheidend mitgeprägt.
