Dienstag, 30. Juni 2020

Vorübergehende Umsatzsteuersenkung

- Auswirkungen auf die Verbrauchsabrechnung

 

Mit dem Zweiten Gesetz zur Umsetzung steuerlicher Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise (Zweites Corona-Steuerhilfegesetz), das von den Regierungsfraktionen am 19.06.2020 als Entwurf in den Deutschen Bundestag eingebracht wurde, sollen die im Corona-Konjunkturpaket enthaltenen steuerlichen Maßnahmen umgesetzt werden. Im Vordergrund steht dabei die temporäre Absenkung der Umsatzsteuersätze von 7 % auf 5 % vom 01.07.2020 bis 31.12.2020.

Die Senkung der Umsatzsteuersätze stellt die betroffenen Unternehmen, insbesondere wegen der Kurzfristigkeit der Maßnahme, vor große Herausforderungen.

Um den betroffenen Unternehmen eine Orientierung für die Umsetzung der Steuersatzsenkung zu geben, hat die Finanzverwaltung am 23.06.2020 den zweiten Entwurf eines Anwendungsschreibens für die temporäre Steuersatzsenkung veröffentlicht. Dieser enthält bereits einige Vereinfachungsregeln.

Besonders hervorzuheben ist in dem Zusammenhang, dass es die Finanzverwaltung zulassen wird, bereits erteilte Abschlagszahlungspläne (entsprechend der Ihnen vorliegenden Abschlagsmitteilung des Wasserwerkes Perlenbach) unverändert fortzuführen. Die Anpassung der Abschlagszahlungsrechnung wäre in der kurzen Zeit kaum durchführbar gewesen.

Konkret heißt es dazu in Randziffer (Rz.) 37 des BMF-Entwurfs:

„Zur Vermeidung von Übergangsschwierigkeiten wird es nicht beanstandet, wenn Rechnungen über Abschlagszahlungen, die nach dem 30. Juni 2020 und vor dem 1. Januar 2021 fällig werden, nicht berichtigt werden, sofern dementsprechend Umsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent bzw. 7 Prozent abgeführt und erst in der Endabrechnung nach den vorstehenden Grundsätzen zutreffend abgerechnet wird. Aus Billigkeitsgründen wird es nicht beanstandet, wenn vorsteuerabzugsberechtigte Kunden aus den Abschlagsrechnungen einen Vorsteuerabzug auf der Grundlage von 19 Prozent bzw. 7 Prozent geltend machen und der Vorsteuerabzug für die gesamte Leistung erst auf der Grundlage der vorstehenden Endabrechnung in analoger Anwendung der Rz. 8 auf den zulässigen Wert korrigiert wird.“

Um Übergangsschwierigkeiten und darüber hinaus unnötige Kosten, die letztendlich auf den Wasserpreis umgelegt werden müssten, zu vermeiden, wird das Wasserwerk Perlenbach bei der Verbrauchsabrechnung den BMF-Entwurf umsetzen.

Da das Wasserwerk Perlenbach alle Kunden stichtagsbezogen zum 31.12. abrechnet, unterliegt der Jahresverbrauch 2020 dem reduzierten Steuersatz von 5 %. Dies wird in der Verbrauchsabrechnung zum 31.12.2020 berücksichtigt.

Stand 26.06.2020