Die Trinkwasseraufbereitung

Das Rohwasser der Perlenbachtalsperre wird aus einer Tiefe von ca. 12 m entnommen. Über zwei Entnahmeleitungen DN 300 wird es vom Talsperrensee über einen Stollen zu der im September 2001 in Betrieb genommenen Aufbereitungsanlage geleitet. Die neue Aufbereitungsanlage hat eine maximale Aufbereitungsleistung von 700 m³/h, wobei ca. 400 - 600 m³/h genutzt werden. Jährlich werden ca. 3,65 Millionen m³ Rohwasser zu Trinkwasser aufbereitet.

Im ersten Aufbereitungsschritt wird dem Rohwasser Kalkmilch (Ca(OH)2) zugegeben, bevor es in zwei 35 m³ große Reaktionskammern eintritt. Durch die Zugabe von Kalkmilch steigt der pH - Wert von 6,5 auf etwa 10. Bei diesen pH - Werten oxidiert im Wasser gelöstes Mangan und kann in der anschließenden Filtration zurückgehalten werden. Durch die Zugabe von Kalkmilch und der anschließenden Dosierung von Kohlenstoffdioxid (CO2) wird zusätzlich die Härte des weichen Talsperrenwassers erhöht.

Das zugegebene Kohlenstoffdioxid senkt den pH - Wert auf einen für die anschließende Flockung günstigen Wert von 6,3.

In den 6 autarken Flockern werden durch die Dosierung von Flockungsmittel (FeCl3) die Trübstoffe des Wassers in eine abfiltrierbare Form überführt. Die Flocker sind mit Gitterrührwerken ausgestattet, die für eine Zusammenballung (Aggregation) weiterer Flocken sorgen. Diese voluminösen Flocken können in der nachgeschalteten Filtration gut zurückgehalten werden.

Jeder Filter hat eine Filterfläche von 30 m² und ist aus zwei Schichten aufgebaut. Die obere und gröbere Schicht besteht aus Hydro-Anthrazit (Steinkohle) mit einer Schichthöhe von 1,4 m. Die untere Schicht besteht aus einer 0,90 m starken Quarzsandschicht.

Das sogenannte Zwischenfiltrat wird in zwei etwa 300 m³ große Zwischenfiltratkammern geleitet. Diese dienen als Vorlagebehälter für die Rückspülung der Filter. Gleichzeitig wird von hier das Zwischenfiltrat mittels Pumpen über UV-Reaktoren in den Anlagenaltbestand gefördert. Die UV-Reaktoren dienen der Keimabtötung. Durch diesen Vorgang können evtl. nicht zurückgehaltene Keime sicher abgetötet werden.

Der Anlagenaltbestand besteht aus zwei Filteranlagen. Die ältere wurde im Jahre 1956, in offener Bauweise, hergestellt. Zusätzlich wurden 1973 in einem neuen Filterhaus 3 sogenannte Doppelstockfilter aufgestellt. Beide Filteranlagen werden parallel betrieben. Im Zulauf der den Filtern vorgeschalteten Reaktionskammern wird Flockungsmittel (Al(SO)4) zugegeben. In den ersten bzw. oberen Einschichtfiltern werden die gebildeten Flocken zurückgehalten. Der nachgeschaltete bzw. die unteren Filter dienen der Entsäuerung auf einen pH-Wert von 8,5 und der Aufhärtung. Das Filtermaterial besteht aus halbgebrannten Dolomit und entzieht dem Wasser überschüssiges Kohlendioxid, welches korrosionsfördernd ist.

Bevor das so aufbereitete Wasser an den Kunden weitergeleitet wird, erfolgt eine Abschlussdesinfektion mit Chlorgas. Um das Rohrleitungsnetz vor Korrosion zu schützen, wird zusätzlich ein Phosphatgemisch dosiert.

Das aufbereitete Wasser wird in die sogenannte Reinwasserkammer (380 m³) geleitet. Von dort wird das Trinkwasser in die Hochbehälter gepumpt und gelangt schließlich über das Verteilungsnetz zum Endverbraucher.

Kurzbeschreibung des hydraulischen Profils

Eine detaillierte Beschreibung zum Ablauf der Trinkwasseraufbereitung finden Sie im Fachbericht.

  • Rohwasserentnahme aus der Perlenbachtalsperre
  • Kalkmilchdosierung im Zulauf der beiden Reaktionsbecken
  • Kohlendioxiddosierung im Ablauf der beiden Reaktionsbecken
  • Verteilung des vorbehandelten Rohwassers auf 6 Flockungsanlagen
  • Flockungsmitteldosierung im Zulauf der einzelnen Flocker
  • Filtration über 6 Mehrschichtfilter
  • Zwischenspeicherung in 2 Klammern
  • Förderung des Zwischenfiltrates über 3 UV-Desinfektionsanlagen in den Anlagenaltbestand
  • Verteilung des Zwischenfiltrates auf die offene und geschlossene Filteranlage
  • Zugabe von Flockungsmittel und anschließende Filtration
  • Im dritten Filter der offenen Anlage und in den unteren Filterschichten der 3 Druckfilter wird das Wasser zur Entsäuerung und Aufhärtung über halbgebrannten Dolomit geleitet
  • Förderung des Trinkwasser in die Hochbehälter
  • Abschlussdesinfektion vor Eintritt in die Reinwasserkammer

Wasserförderung 2015

Wasserförderung 2015 zu den folgenden Hochbehältern:

HB Mützenich 2.897.835 m³
HB Höfen 134.074 m³
HB Kalterherberg 109.121 m³
Gesamte Wasserförderung 2015 3.141.030 m³